Obdachlose dürfen nicht Opfer der verzögerten Baupolitik sein

Die Franziskustreff-Stiftung ist empört über die Meldung, dass die ABG Wohnbauprojekte zurückstellt. „Das sind wirklich schlechte Nachrichten für die Obdachlosenarbeit in Frankfurt am Main. Obdachlose dürfen nicht Opfer der verzögerten Baupolitik sein. Wir brauchen Investition in Prävention statt nur Mangelverwaltung und Perspektivlosigkeit für Obdachlose in Frankfurt am Main”, sagt Br. Michael, Leiter des Franziskustreffs.

Obdachlosigkeit muss Druck ausüben
Die AGB hat heute angekündigt, Wohnbauprojekte zu verschieben. Planungsdezernent Mike Josef kündigt zwar Gespräche mit den Haushaltspolitikern an. Verständlich mag auch sein, dass die AGB Projekte zurückstellen muss, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist.

„Es ist aber nichts zu spüren von dem Druck, der aus der verzweifelten Lage von 300 obdachlosen Menschen in Frankfurt entsteht. Obdachlose dürfen nicht Opfer der verzögerten Baupolitik sein.Diese behindert uns, die Lebenssituation der Gäste im Franziskustreff zu verbessern“, so Br. Michael, auch Referent in der Franziskustreff-Stiftung für Grundsatzfragen.

Stadt muss Vorbild sein
Die Stiftung sieht darin kein gutes Vorbild für die Eigentümer privaten Wohnraumes. Mit der MAIN-Weg gGmbH beschäftigt sie sich in Frankfurt mit dem Hilfekonzept „Housing First“ und will Wohneigentümer gewinnen, mit obdachlosen Menschen einen vollen Mietvertrag zu schließen.

„Die guten Erfahrungen, die dazu bereits in Finnland gemacht wurden, sind auch in Frankfurt möglich,“ sagt Lars Volkmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer der gGmbH. „In Finnland wird nach diesem Ansatz in allen Kommunen des Landes Wohnraum für obdachlos gewordene Menschen vorgehalten.“

EU–Ziele müssen erreicht werden

Damit Frankfurt hier weiterkommt, werden Sozialwohnungen aus privater und öffentlicher Hand dringend benötigt. Frankfurt könnte Vorreiter sein, das Ziel der EU zu erreichen, 2030 die Obdachlosigkeit in der EU zu beenden. Dafür müssen sich private und öffentliche Wohnungseigentümer mit allen Ebenen von Bund, Land und Kommune anstrengen. „Sozialer Wohnungsbau trägt zum sozialen Frieden in Stadt und Land bei“, sagt der Kapuziner Br. Michael. Der Leiter des Franziskustreffs sieht die Haushaltspolitiker dringend herausgefordert, nachhaltige Lösungen für Frankfurt zu finden.

Der Franziskustreff und die Stiftung

Der Franziskustreff ist das spendenbasierte Angebot von Frühstück und Sozialberatung für obdachlose Menschen, das täglich von ca. 150 Personen in Anspruch genommen wird. Die Franziskustreff-Stiftung ist eine Stiftung Bürgerlichen Rechts, die ohne öffentliche oder kirchliche Gelder freiwilliges Bürgerengagement für obdachlose Menschen umsetzt.

Im Lockdown blieb die Einrichtung jeden Werktag geöffnet. „Mit dem Motto Corona: Alle bleiben zuhause. Wir aber haben keins konnten wir eine breite Unterstützungswelle auslösen, die obdachlosen Menschen wenigstens für einen wichtigen Start in den Tag vermittelte, dass ihnen in ihrem Schicksal viele Menschen zu Seite stehen“, sagt Br. Paulus, Vorsitzender des Vorstandes der Franziskustreff-Stiftung.

Pressekontakt
Franziskustreff-Stiftung
Br. Michael Wies
Schärfengäßchen 3D
60311 Frankfurt
+49 (151) 530 70 805
michael.wies@franziskustreff.de

MAIN-Weg gGmbH
Lars Volkmann
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60311 Frankfurt am Main
+49 (171) 3148369
lars.volkmann@main-weg.net

Kapuzinerkloster Liebfrauen
Br. Paulus Terwitte
Schärfengäßchen 3D
60311 Frankfurt am Main
+49 (173) 6543941
paulus.terwitte@kapuziner.org

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