Sommerfest 2026 im Franziskustreff
Schon am frühen Morgen lag Vorfreude in der Luft. Die Ehrenamtlichen hatten längst begonnen, die Bänke im Innenhof des Liebfrauenklosters aufzustellen. Die Tische waren liebevoll gedeckt, Sonnenschirme aufgespannt. Über dem Grill prangte ein großer Schriftzug: Sommerfest. Alles war bereit – zumindest für einen Moment.
Denn gerade als Ingrid, Carla und Maria die alkoholfreien Begrüßungscocktails vorbereiteten, fielen erste dicke Tropfen auf Schirme und Tischdecken. In Windeseile sicherten die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden die Tischläufer und Dekorationen. So schnell, wie der Regen kam, ging er glücklicherweise auch. Aber die Vorbereitung stand wieder am Anfang. Und kaum waren die Vasen mit den leuchtend bunten Schnittblumen erneut verteilt, kündigte sich auch schon der nächste Regenschauer an. Und es ging von vorn los.
Gerade noch pünktlich zum Beginn der Feier – um 11 Uhr – klarte der Himmel endlich auf. Die Sonne öffnete mit dem Team das große Tor zum Innenhof des Klosters.
Denn da warteten schon gespannt die Gäste, um ein schönes Plätzchen unter den großen Sonnenschirmen zu ergattern. Der Hof bietet nur 120 Gästen Platz. So wiesen wieder Ansteckbuttons all jene aus, die auf der Gästeliste standen. Die begrenzten Plätze sind immer heiß begehrt, denn auch die Freude auf die Tombola mit den vielen nützlichen und schönen Preisen ist groß.
Alles in Bewegung
Die Menschen begrüßten sich freudig. Sie suchten sich einen Platz aus und verstauten Taschen und Gepäck unter den Bierzeltbänken. Als erstes verteilten die Ehrenamtlichen Wolfgang, Roland und Michael die frischen Passionsfrucht-Cocktails. Im Franziskustreff derweil: Letzte Vorbereitungen am Buffet, Salate wurden angerichtet, Teller bereitgestellt.
Nach begrüßenden Worten vom Leiter des Franziskustreffs Bruder Michael Masseo und Thomas Koch, dem Geschäftsführer der Stiftung, wurde das Buffet eröffnet. Tisch für Tisch. Ganz in Ruhe und nacheinander befüllten sich die Gäste ihre Teller mit leckeren Salaten und Beilagen. Tim, Karla und Thomas S. legten dann je nach Wunsch noch ein frisch gebrutzeltes Stück Fleisch, eine Wurst oder vegetarische Griller dazu.
Das folgende genussvolle Schmausen hielt Anne, eine Frankfurter Künstlerin, in farbenfrohen Aquarellen fest. Und während die Gäste zum Nachtisch noch ihren Erdbeerkuchen mit Kaffee genossen, drapierten Svetlana und Detlef Tombola-Sachspenden auf dem Preisetisch. Die Sozialarbeiterin und der Ehrenamtliche, der einmal die Woche in der Sozialberatung hilft, hatten sich als Zeremonienmeister passend gekleidet. Mit Zylinder, rotem Frack und im chicen Kimono brachten sie bei der Verlosung Leichtigkeit und ein Lächeln in jedes Gesicht.
Ein indonesischer Musikverein ließ Bambusinstrumente zu einem Konzert erklingen. Plötzlich wurden aus Zuhörenden Mitspielende eines Mitmachkonzerts, dass alle mit auf eine musikalische Reise nach Südostasien nahm – ungeplant, unperfekt, aber voller Herz.
Am musikalischen Programm wirkte auch dieses Mal Hans mit – „The Wolf“. Er kommt schon viele Jahre zum Frühstück. Der leidenschaftliche Musiker sang, mit der Gitarre begleitet von Geschäftsführer Thomas, berühmte Rock-Klassiker und Schlager, zu denen die Gäste fröhlich einstimmten. Mit seiner gefühlvollen Darbietung schenkte er anderen Kraft. Und fasste selbst soviel davon aus dieser Gemeinschaft.
Erst Regen und dann Sonnenschein
Für manche der hilfesuchenden Menschen im Franziskustreff ist es manchmal nur schwer zu glauben, dass ihr Leben sich zum Besseren wenden kann. Gerade darum ist es für sie wichtig, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben. Damit sie irgendwann wieder darauf vertrauen, dass sie nicht allein sind. Sich helfen lassen. Menschen wie „Wolf“, die die Nöte von Armut und Obdachlosigkeit selbst erlebt haben und dennoch die Hoffnung erhalten konnten, sind wichtig für alle, die schwanken. Weil auch ihr Beispiel Mut macht, die Hilfe derer anzunehmen, die mit ihren Spenden oder ehrenamtlichen Einsatz im Franziskustreff die Hand reichen.
Jede Spende sichert nicht nur das Frühstücksangebot, sondern schenkt den Gästen des Franziskustreffs auch ein paar unbeschwerte Stunden im rauen Alltag.
Danke an alle, die Begegnungen und Feste wie das Sommerfest mit ihren Spenden und ehrenamtlichen Einsatz möglich machen.
So war dieses Fest auch in diesem Jahr ein Geschenk für alle, weil zu spüren war:
Hier bin ich richtig!