"Das Leben ist eine Pralinenschachtel. Du weißt nie, was du bekommst." Forrest Gump

Oder was Tom Hanks mit dem Franziskustreff zu tun hat

 

Über seine Sammelleidenschaft für Schreibmaschinen lernte Robert ihn zufällig kennen: Tom Hanks. Ja genau, der Tom Hanks, den man aus vielen Kinofilmen kennt. Der weltberühmte Schauspieler sammelt nämlich auch schon viele Jahre lang Schreibmaschinen. Besonders die Modelle aus Europa haben es ihm angetan. Über einen befreundeten Sammler kommen der Offenbacher Robert Lehmann und Tom Hanks aus Hollywood erstmals in Kontakt. Aus dem gemeinsamen Hobby entstand ein freundschaftlicher Austausch: mit Briefen und einer historischen Schreibmaschine. Eine Begegnung, die nicht nur deren beider Leben bereichert hat. Sondern außerdem obdachlosen und armen Mitmenschen in Frankfurt am Main geholfen hat.

Rhein-Main meets Hollywood

Zu der Schreibmaschinenausstellung eines Sammlerfreundes steuerte Robert 15 seiner über 100 Maschinen bei. Auch ausgestellt wurde ein Brief vom prominenten Sammler Hanks. Im Gespräch erfuhr Robert dann, dass der Weltstar auch immer mal auf Post aus der Community selbst antworten würde und bekam von seinem Freund die Postanschrift.

Kurzum setzte dieser sich an seine liebste Schreibmaschine - einer Seidel&Naumann Erika 10 aus dem Jahre 1954 - und tippte los „So erzählte ich ihm, dass ich ein Sammler in Deutschland bin und etwas über meine Faszination für alte Schreibmaschinen und das Schreiben auf diesen Geräten. Weiterhin verwendete ich für den Brief Schreibpapier aus der DDR, da ich denke, dass Mr. Hanks auch geschichtlich interessiert und bewandert ist.“ Weiter erzählte er, dass es in seinem Brief um die Unterschiede zwischen amerikanischen, europäischen und speziell deutschen Modellen ging. Diese sind - je nachdem von welchem Kontinent Sammler stammen - vom jeweils anderen sehr begehrt. Robert schlug darum scherzhaft vor: „So war mein, eher hypothetischer Vorschlag, es sollte doch mal ein Frachtschiff gechartert werden, welches im Pendelbetrieb die europäischen Maschinen in die USA verschifft und umgekehrt uns hier in Europa mit amerikanischen Produkten der mechanischen Schreibmaschinenkunst versorgt.“ Mit ein paar leeren Blättern des DDR-Papiers schickte Robert den Brief auf den Weg.

Drei Monate später – er hatte es schon fast vergessen – lag ein grüner Umschlag im Briefkasten:

Eine Antwort von Tom Hanks.

Tom Hanks ging darin auf das Papier aus der DDR ein. Er wertschätzte es sehr und freute sich, dass es wieder so etwas wie eine Schreibmaschinenszene gibt. Weiter bot er an, dass Robert eine seiner doppelten amerikanischen Maschinen übernehmen könne. Geld war für ihn dabei nebensächlich. Aber der Wert des seltenen Schmuckstücks sollte gewürdigt werden. So bat er Robert im Gegenzug zugunsten einer wohltätigen Organisation zu spenden. Was auch immer zu geben ihm möglich ist.

Gesagt getan. Einen Briefwechsel und Frachtversand später hielt Robert die Remington Quiet-Riter Eleven aus dem Jahr 1959 aus der Sammlung von Tom Hanks in seinen Händen.

Robert löste seinen Teil der Abmachung ein, indem er für die Gäste des Franziskustreffs spendete.

„Mir war zuallererst wichtig, dass die Zielgruppe die Obdachlosen sein sollen, und dass diesen Menschen sehr konkret und direkt geholfen werden soll und die Spende effektiv ist.“

Als Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt begegnet er täglich obdachlosen Menschen. Weiß um die prekären Umstände unter denen sie versuchen Tag für Tag zu überleben. Wie sie dürftigen Schutz finden zwischen der Bepflanzung des Grüngürtels und unter Bäumen und Büschen in den Parks. Da wo tagsüber das Stadtleben pulsiert, Familien spazieren gehen, sich Freunde zu Picknicks treffen und Kinder über den Spielplatz toben. Dorthin ziehen sich viele obdachlose Menschen jeden Abend zurück. Da ist das Nachtlager für die, die kein Bett haben. Fotos von Obdachlosen Lagern im Grüngürtel, am Main o.ä.

„Ich habe da auch schon viele Begegnungen mit obdachlosen Menschen gehabt, sowohl auf Arbeit und da ich auch immer mit dem Rad am Main entlang nach Frankfurt pendle, sehe ich dort auch immer wieder Menschen mit ihren Lagern unter Brücken. Und ja, in mir ist auch der Gedanke der christlichen Nächstenliebe verankert.“

"Life is like a box of chocolates - you never know what you're gonna get." Forrest Gump

Diese besondere Spendengeschichte bestätigt, wieviel Wahrheit in den Worten liegt, die Tom Hanks einst als Forrest Gump sagte. Und es spiegelt die Schicksale der obdachlosen und armen Gäste des Franziskustreffs wider. Denn für alle gab es mal ein Leben davor. Bis Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armut, Räumungsklage, Flucht… ihr Leben buchstäblich auf den Kopf gestellt haben. Man weiß nie, was man bekommt. Aber gerade das lässt auch Hoffnung auf ein besseres Morgen, und Menschen, die dabei helfen, zu.

Montags bis samstags öffnet der Franziskustreff seine Türen für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die 1992 von Kapuzinerbruder Wendelin gegründete Einrichtung hilft mit einem reichhaltigen Frühstück. Die Gäste werden am Platz mit einem Lächeln bedient.

Wer mag und dazu in der Verfassung ist, kann sich von einer Sozialarbeiterin beraten und helfen lassen. Zum Beispiel bei Behördengängen, Wohnungssuche oder einfach mit einem offenen Ohr bei persönlichen Problemen. Gäste mit psychischen oder psychiatrischen Erkrankungen bekommen in der Praxis für Wohnsitzlose niederschwellig Hilfe.

Das alles ist möglich, wenn Menschen sich für obdachlose und von Armut betroffene Menschen einsetzen und dabei auch kreative Wege gehen.

D A N K E !

Ihr Franziskustreff-Team

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