Neben Frühstück und Sozialberatung bietet der Franziskustreff wohnsitzlosen, psychisch kranken Menschen nun auch eine nervenärztliche Versorgung an. Sie finden bei Fr. Dr. med Eva Fučík dringend benötigte Hilfe bei gesundheitlichen Problemen. Die direkte, räumliche Anbindung an den Franziskustreff als verlässlichen Anlaufpunkt, ermöglicht besonders niederschwellig Zugang zu nervenärztlicher Versorgung. Für alle Gäste des Franziskustreffs, auch ohne Krankenversicherungsschutz.

Viele, die regelmäßig zum Frühstück kommen, erleben den Treff als sicheren Ort, wo sie unter vertrauten Menschen sind. So werden die Gäste bei Bedarf direkt aus der Sozialberatung heraus, an Frau Dr. med. Fučík in die Sprechstunde vermittelt. Und damit eine schnelle Behandlung ohne große Hürden besonders für psychisch kranke Mitmenschen, die auf der Straße leben, ermöglicht.

  • Vorstellung auch ohne Krankenversicherungsschutz
  • Schnelle Behandlung und Einleitung von Therapiemaßnahmen ohne große Hürden
  • Früherkennung
  • Einleitung von Basisdiagnostik von psychischen und neurologischen Erkrankungen
  • gegebenenfalls Weiterleitung an ambulante oder teilstationäre psychiatrische/neurologische Therapien
  • gegebenenfalls stationäre Einweisung
  • falls erwünscht Kooperation und Austausch im Rahmen einer multidisziplinären Behandlung und Einleitung weiterer Maßnahmen z.B. Suchen einer geeigneten Wohnform, Einleitung gesetzl. Betreuung usw., je nach Wunsch und Bedürfnis des Patienten und in enger Zusammenarbeit mit der Sozialberatung
  • psychoedukative, tagesstrukturierende Gespräche

Idealerweise werden die Patienten wieder „wohnfähig“, selbstständig und eigenständig. Kommen erstmal auch wieder in die Lage, Entscheidungen zu treffen, Formulare auszufüllen. Damit geht die Praxis Hand in Hand mit der Arbeit der Sozialberatung und macht diese wieder möglich.

So bietet die Praxis für Wohnsitzlose eine Ergänzung zu den etablierten gesundheitsmedizinischen Versorgungsangeboten in Frankfurt, die bereits durch die Angebote der Wohnungslosenhilfe bestehen. Sie richten sich an nichtversicherte und versicherte Menschen, damit sie ganz ohne Hürden und schnell behandelt werden können.

Gemeinsam mit den Frankfurter Einrichtungen, möchte die Franziskustreff-Stiftung helfen die gesundheitliche Versorgung wohnsitzloser Menschen zu verbessern. Und partnerschaftlich vernetzt an diesem Ziel weiterarbeiten.

 

Praxis für Wohnsitzlose

Dr. med. Eva Fučík Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie:

„Gesundheit ist ein Menschenrecht. Als leidenschaftliche Ärztin liegt mir das Wohlergehen, insbesondere die psychische Gesundheit, meiner Patientinnen und Patienten am Herzen. Noch immer gibt es viele Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen, noch dazu, wenn sie obdachlos sind. Dann hört man leider oft noch ,die sollen sich nicht so anstellen', ,die wollen doch nur nicht' oder gar ,die sind selber Schuld'. Gerade hier möchte ich mit meiner Arbeit durch Aufklärung und adäquate medizinische Behandlung zur Entstigmatisierung beitragen. Meine größte Freude ist, wenn das gelingt. Und es den Patientinnen und Patienten im besten Fall wieder so gut geht, dass Wohnen und Arbeiten möglich ist. Und vor allem die Freude am Leben wieder da ist. Ich helfe meine Patientinnen und Patienten durch adäquate Behandlung ihre Fähigkeiten wiederzuerlangen, die oft unter der Krankheit vergraben sind. Und ich bin dankbar, dass ich damit meine Aufgabe gefunden habe und hier in der Franziskustreff-Stiftung mit einem tollen Team ausüben darf.

Zum Frühstück liebe ich Nussaufstriche, naja und Nutella. Ich liebe meine Kinder, meine Familie, Tiere, Musik und Bücher und so vieles vieles mehr, das im Leben Freude macht.“

 

 

Katrin Renz, Praxiskoordinatorin

Mein Name ist Katrin Renz. Seit vielen Jahren komme ich zum Franziskustreff an der Liebfrauenkirche. Anfangs habe ich als ehrenamtliche Helferin die Gäste am Platz bedient und dann über 4 Jahre als Leiterin der Hauswirtschaft dafür gesorgt, dass der Treff Tag für Tag bis zu 180 Gästen ein reichhaltiges Frühstück anbieten konnte. Das Hauswirtschaftsteam hält die Tür zum Gastraum weiterhin verlässlich geöffnet für Menschen in Not – nun unter der Leitung von Dariush Rahimi und Maria Kilchenstein als Stellvertreterin.

Den von Obdachlosigkeit und Armut betroffenen Gästen des Franziskustreffs bin ich erhalten geblieben, auch wenn mein beruflicher Weg mich wieder ein Stück zurück zu seinen Wurzeln im Gesundheitswesen geführt hat: Seit September 2026 setze ich mein langjähriges Fachwissen und meine praktische Erfahrung als studierte Apothekerin gewinnbringend in der Praxis für Wohnsitzlose der Franziskustreff-Stiftung ein. Nun als Praxiskoordinatorin bzw. Pharmazeutische Fachkraft für patientenindividuelles Medikationsmanagement und Compliance. 

Was ich da tue?

Meine Aufgaben ergänzen die der Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. In enger Zusammenarbeit mit Frühstücksbereich und Sozialberatung stehen die Patientenarbeit und der Vertrauensaufbau im Mittelpunkt meiner Arbeit. Ich unterstütze zum einen im Praxisbetrieb für möglichst reibungslose organisatorische Abläufe. Zum anderen begleite ich im direkten und engen Kontakt die Patientinnen und Patienten bei der Medikamenteneinnahme und -Anwendung.

Um die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen nachhaltig zu verbessern, unterstütze ich sie bei der Inanspruchnahme medizinischer Angebote und der Umsetzung ärztlicher Empfehlungen insbesondere der pharmakologischen Therapien. Durch so eine engmaschige Betreuung fördert die Praxis für Wohnsitzlose die Therapietreue (Compliance) und verknüpft medizinische und pharmazeutische Behandlung sowie soziale Unterstützung. 

 

 

 

Kontakt und Öffnungszeiten - Praxis für Wohnsitzlose

Offene Sprechstunde:
Montags 9 bis 12 Uhr

Mittwochs 9 bis 11:30 Uhr

nach Vereinbarung:
Mittwochs 15:00 bis 16:00 Uhr
Donnerstags 9 bis 12 Uhr

Termine telefonisch +49 69 247 533 9603 oder per Mail praxis@franziskustreff.de

Postanschrift:
Praxis für Wohnsitzlose 
Dr. med. Eva Fučík
Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie
Liebfrauenstr. 4
60313 Frankfurt am Main

 

FAQ´s

  • Auch Menschen ohne Versicherungsschutz sind “willkommen”

  • Das Angebot richtet sich an wohnungslose Menschen

  • Niedrigschwellige Vorstellung auch ohne Terminvereinbarung

Menschen mit neurologischen (z.B. Migräne, Epilepsie...) und psychischen Erkrankungen, die KEINEN festen Wohnsitz haben.
MIT und OHNE Krankenversicherungsschutz

  • Niedrigschwellige Vorstellung auch ohne Terminvereinbarung zu den Öffnungszeiten des Franziskustreffs
  • über die Sozialberatung im Franziskustreff
  • Telefonische Vereinbarung oder per E-Mail
  • Beziehungsaufbau gelingt u.a. dadurch, dass Grundvertrauen in die Einrichtung und die Mitarbeiter besteht

  • Besuch der Praxis lässt sich mit Frühstück und Sozialberatung verbinden und ergänzen

  • Beziehungsaufbau

  • regelmäßige Termine nach Vereinbarung

  • bei akutem Bedarf direkte Vermittlung zur Ärztin aus der Sozialberatung heraus

Sie brauchen nichts mitzubringen

Wenn möglich und vorhanden:

  • ärztliche Vorberichte 
  • GKV Karte 
  • falls Medikamente eingenommen werden, einen Medikamentenplan
  • Teilhabe am Leben fördern

  • idealerweise wieder „wohnfähig“, selbstständig und eigenständig werden. Wieder in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, Formulare auszufüllen.

  • Arbeit der Sozialberatung unterstützen bzw. wieder möglich machen

  • Begleitung durch die Höhen und Tiefen

  • Aufsuchende Arbeit

  • Therapeutische Begleitung

  • Vertrauen ins medizinische System zurückgewinnen

  • Etwas tun für Körper und Seele

Auch im alkoholisierten, berauschten Zustand, kann man kurz mit der Ärztin vor der Tür reden und einen Termin ausmachen, wenn sie wieder nüchtern sind (Frühstücken/Sozialberatung nur NÜCHTERN)

Aber die Praxis ist KEINE Drogenberatungsstelle

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