RHEIN-MAIN MEETS HOLLYWOOD

14.05.2026

Wie aus einem gemeinsamen Hobby mit Briefen und einer historischen Schreibmaschine Hilfe für obdachlose und arme Menschen wurde

Es war die Sammelleidenschaft für Schreibmaschinen, die Robert Lehmann und Tom Hanks zufällig zusammenbrachte. Ja genau, der Tom Hanks, den man aus vielen Kinofilmen kennt. Denn der weltberühmte Schauspieler sammelt ebenfalls seit Jahren Schreibmaschinen. Besonders europäische Modelle haben es ihm angetan. Bei einer Schreibmaschinenausstellung kommt Robert Lehmann erstmals mit dem Hollywood-Star in Berührung: Für die Schau eines Sammlerfreundes steuert der Offenbacher fünfzehn seiner mehr als hundert Maschinen bei. Die Ausstellung zeigt auch einen Brief des prominenten Sammlers Hanks. Das macht Robert neugierig. Im Gespräch erfährt er, dass der Weltstar immer wieder einmal auf Post aus der Sammler-Community antwortet. Robert erhält vom Aussteller Hanks´ Postanschrift.

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Scherz wird Ernst

Flugs setzt sich Robert an seine Lieblingsschreibmaschine – eine Seidel & Naumann Erika 10 aus dem Jahre 1954 – und tippt los. „So erzählte ich ihm, dass ich ein Sammler in Deutschland bin. Und etwas über meine Faszination für alte Schreibmaschinen und das Schreiben auf diesen Geräten. Weiterhin verwendete ich für den Brief Schreibpapier aus der DDR, da ich dachte, dass Mr. Hanks ebenfalls geschichtlich interessiert und bewandert ist.“, erzählt Robert. Auch die Unterschiede zwischen amerikanischen, europäischen und speziell deutschen Modellen sind Thema im Brief. Alle Modelle sind bei den jeweils anderen sehr begehrt.

Je nachdem auf welcher Seite des Atlantiks gesammelt wird. Deswegen schlägt Robert eher im Scherz etwas vor: „Es sollte doch mal ein Frachtschiff gechartert werden, welches im Pendelbetrieb die europäischen Maschinen in die USA verschifft und umgekehrt uns hier in Europa mit amerikanischen Produkten der mechanischen Schreibmaschinenkunst versorgt.“ Mit ein paar leeren Blättern des DDR-Papiers schickt Robert den Brief mit der Post über den „großen Teich“ in die USA.

Hollywood im Briefkasten

Drei Monate später – er hatte es schon fast vergessen – lag ein grüner Umschlag im Briefkasten: Tom Hanks ging darin auf das Papier aus der DDR ein. Er wertschätzte es sehr und freute sich, dass es wieder so etwas wie eine Schreibmaschinenszene gibt. Weiter bot er an, dass Robert eine seiner doppelten amerikanischen Maschinen übernehmen könne. Geld war für ihn dabei nebensächlich. Aber der Wert des seltenen Schmuckstücks sollte gewürdigt werden. Tom Hanks schlägt Robert vor, im Gegenzug an eine wohltätige Organisation zu spenden, was ihm zu geben möglich ist. Robert zögert nicht. Einen Briefwechsel und Frachtversand später hält er die Remington Quiet-Riter Eleven Jahrgang 1959 aus der Sammlung von Tom Hanks in seinen Händen. Und Robert erfüllt seinen Teil der Abmachung mit einer klaren Entscheidung: Er spendet für die Gäste des Franziskustreffs. „Mir war zuallererst wichtig, dass die Zielgruppe die Obdachlosen sein sollen, und dass diesen Menschen sehr konkret und direkt geholfen werden soll und die Spende effektiv ist.“

Als Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt begegnet Robert täglich obdachlosen Menschen. Er kennt die prekären Umstände ihres Überlebens zwischen Büschen und Bäumen. „Ich habe entlang des Mains schon viele Begegnungen mit obdachlosen Menschen gehabt. Und ja, in mir ist auch der Gedanke der christlichen Nächstenliebe verankert“.

Auf die eigene Weise Gutes tun
Was alles möglich ist, wenn Menschen sich für obdachlose und von Armut betroffene Menschen einsetzen und dabei auch kreative Wege gehen, zeigen Spendengeschichten wie die von Robert Lehmann.